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Milton H. Erickson 1901-1980

Haus in Phoenix Arizona

Lebenslauf

Milton H. Erickson war das zweite von neun Kindern der Eheleute Albert und Clara Erickson, die sich in Wisconsin niederließen. Milton überwand seine Legasthenie, in dem er übte, schwierige Buchstaben mental zu visualisieren. 1919 erkrankte er an Kinderlähmung und fiel in ein Koma. Nach drei Tagen erwachte er und war vollkommen bewegungsunfähig. In der folgenden Zeit lernte er durch seine Beobachtungen, seine Wahrnehmungen zu schulen und experimentierte mit seinen Vorstellungen. Der instensive Wunsch aus dem Fenster zu schauen, soll dazu geführt haben, dass sich der Schaukelstuhl, in dem er viele Stunden des Tages verbrachte, sich leicht bewegte. Dieses ideomotorische Erlebnis, welches sich dadurch auszeichnet, dass das Sehen einer bestimmten Bewegung sowie, in schwächerem Maße, das Denken an eine bestimmte Bewegung die Tendenz zur Ausführung ebendieser Bewegung auslöst wird "Carpenter-Effekt" genannt und wurde 1852 zum ersten Mal beschrieben. Das Schaukelstuhl-Erlebenis motivierte ihn dazu, entgegen dem ärztlichen Rat, sich auszuruhen, weiter zu üben. Zwei Jahre später konnte er ohne Krüken gehen, hinkte lediglich mit dem rechten Bein.

1928 schloss er sein Studium der Psychologie und einem Doktor der Medizin ab. 1939 wurde er als Facharzt für Psychiatrie approbiert. Von 1934-1948 hatte er eine Professur für Pschiatrie an der Wayne State Univerität in Michigan.

1947 führte eine Tetanusimpfung in Folge einer Verletzung durch einen Fahrradsturz zu einem anaphylaktischen Schock. den er nur knapp überlebte. Eine anschließende schwere Allergie gegen Pollen zwang ihn zu einem Umzug in das mildere Klima von Phoenix (Arizona). Dort eröffnete er eine private Praxis, die er von zu Hause aus betrieb.

1953 erkrankte er am Post-Polio-Syndrom. Er zog nach Maryland und setzte dort seine umfangreichen schriftstellerischen Tätigkeiten und Vortragsreisen fort. In dieser Zeit arbeitete er intensiv mit Jay Haley, Gregory Bateson, Margaret Mead, Lawrence Kubie und John Weakland zusammen.

Die "Amerikanische Gesellschaft für Klinische Hypnose", deren Vorstiz er übernahm, gründete Erickson 1957, 1958 folge das "American Journal of Clinical Hypnosis", welche er bis 1968 herausgab.

Aufgrund seiner sich zunehmend verschlechternden Gesundheit beendete er 1969 seine Vorträge und Reisen. 1974 gab er auch seine privatärztliche Tätigkeit auf. Ab 1976 erkrankte er ein drittes Mal an Kinderlähmung mit Muskelschwund und multiplen Schmerzzuständen. Danach war er auf einen Rollstuhl angewiesen und ihm Gesicht halbseitig gelähmt.




Die Entwicklung der Hypnose

Mit der Bewusstlosigkeit während seiner Kinderlähumgserkrankung begann Ericksons Interesse an Trance-Zuständen. Die Phase seiner Heilung nutzte er, um partielle Dissoziationen zu üben, dies obschon ihm die Medizin wenig Hoffnung auf völlige Genesung ließ. 

Nach Sigmund Freud´s Ablehnung der Hypnose war sie lange Zeit in den Hintergrund gerückt. Der neue Ansatz von betont die Individualität jedes Einzelnen, die es notwendig macht, für jeden Menschen einen besonderen Ansatz und Zugang zu finden, um ihn zu unterstützen. Dies stand im Gegensatz zu den bis dahin standardisierten Methoden.

Darüber hinaus betont Erickson die positive Rolle des Unbewussten als unerschöpfliche Ressource zu kreativen Selbstheilung. Das Unbewusste ist der Hort von kaum genutzten Erfahrungen des Menschen. Ericksons Ansatz erhebt den Anspruch, die durch starre Denkmuster begrenzte Fähigkeit des Bewusstseins zu erweitern, indem Hypnose es dem Bewusstsein ermöglicht, die führende Rolle einzunehmen. Gleichzeitig soll es dem Bewusstsein ermöglicht werden, unbewusste Selbstheilungskräfte und kreative Ressourcen zu nutzen. Ericksons zahlreichen wissenschaftlichen Veröffentlichungen haben die Auffassungen über Hypnose revolutioniert. Jeffrey Zeig und Ernest Rossi waren über viele Jahre Schüler von Erickson und haben Bücher mit ihrm zusammen veröffentlicht. 1978 wurde die Milton H. Erickson Gesellschaft zu seinen Ehren gegründet, die bis heute in Phoenix das umfassendste Archiv seiner Arbeit beherbergt.